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Volles Haus beim Jahreskonzert der „Harmonie“ Leutesheim

„Let’s get it started“ von den Black Eyed Peas – mit diesem Titel eröffneten die Musiker der „Harmonie“ Leutesheim am vergangenen Samstag ihr Jahreskonzert. „Welcher Titel könnte so einen Abend besser einleiten?“, fand Ansagerin Alina Fimeyer, die gemeinsam mit Tabea Rudloff souverän, informativ und charmant durch den Abend führte. Der Konzertabend stand unter dem Motto „Pop-Kult-Tour“ und bot eine musikalische Reise durch die Kulturgeschichte der Menschheit. Dabei begegneten die Zuhörer kulturgeschichtlich bedeutenden Persönlichkeiten, Orten und Epochen.


Als Architekt, Ingenieur, Maler, Bildhauer, visionärer Erfinder, Anatom, Botaniker, Stadtplaner, Schriftsteller und Philosoph in einer Person hatte sich Leonardo da Vinci einen Platz in der „Kult-Tour“ des Leutesheimer Musikvereins ohne Frage verdient. „Leonardo“ von Otto M. Schwarz ist eine musikalische Hommage an dieses Universalgenie. Das Werk gab einen spannenden Einblick in das Leben und Wirken von Leonardo da Vinci. Seine Kreativität, sein Tatendrang und sein Wissensdurst waren deutlich spürbar. Überraschende Wendungen und unerwartete Tempowechsel sorgten für Spannung.


Bildung und Wissen als Grundlage einer Kultur

Neben Klassikern der Filmmusik und bekannten Songs der Flower-Power-Bewegung der 60er Jahre präsentierte die Leutesheimer „Harmonie“ im ersten Programmteil „Ross Roy“ von Jacob de Haan – eines der Hauptwerke des Abends. Die Musiker berichteten musikalisch vom Alltag am St. Peter College in Brisbane, Australien. „Fühlen Sie sich für einige Minuten eben genau wie einer dieser Studenten in Australien“, hieß es in der Ansage. Und das war es auch, was anschließend zu hören war: Die Struktur und Disziplin des Schulalltags wurden in „Ross Roy“ ebenso musikalisch verarbeitet wie kleine Späße und Humor im Schulalltag. Die Schule wird dabei auch als Ort der Begegnung verschiedener Kulturen gezeichnet – so hatten auch chinesische und arabische Klänge ihren Platz in der Komposition.


Eines der meistgespielten Werke der Welt

Nach der Pause ging es weiter mit „Instant Concert“ von Harold Walters – eine humoristische Zusammenstellung aus 30 verschiedene Melodien in ein 3 Minuten-Stück. Doch direkt im Anschluss wurde es wieder ernsthafter: Dirigent Cédric Flecksteiner hatte mit seinem Orchester den „Bolero“ von Maurice Ravel eingeübt, in einer Version von Jay Bocook. Der Bolero, der als eines der meistgespielten klassischen Werke der Welt gilt, besteht aus einer sich permanent wiederholenden Melodie, die von einem gleichförmigen Rhythmus begleitet wird. Das Stück startet leise und zurückhaltend, nach und nach steigen aber immer mehr Instrumente ein und es wird zum Ende hin energischer und immer lauter. Die Konzentration
der Musiker war spürbar bis zum letzten Ton.


Jazzig wurde es anschließend mit „Caravan“ von Duke Ellington und Juan Tizol. Mit „Latin Legends“ hatten Cédric Flecksteiner und seine „Harmonie“ schließlich auch noch lateinamerikanische Klänge im Repertoire – Hits wie „Sway“ oder „Bésame mucho“ luden hier zum Mittanzen ein. Die Musiker wurden mit langanhaltendem Applaus belohnt und durften ihre Bühne nicht ohne zwei Zugaben verlassen.