Notenbild Harmonie Leutesheim

In der gleichnamigen Ouvertüre beschreibt Kees Vlak mit einem kräftigen Bläsersatz sowohl dessen Schlachten als auch mit orientalischen Klängen das Leben des Herrschers. Als krasser Gegensatz dazu erwies sich der „Song of David“, der auf dem Dies Irae, einem lateinischen Totengebet, beruht. Er wurde sehr sakral vorgetragen, beginnend mit einem dramatischen Klarinettensatz. Bei „Drums oft he Saamis“ und „Mazama“ - beide Stücke wurden verschiedenen indianischen Völkergruppen gewidmet – war das sieben Mann starke Schlagwerk-Register gefordert, um den typischen und zugleich unheimlichen Sound aus den Urwäldern in die von den Zuhörern gut gefüllte Halle zu transportieren.

Südländisches Flair vermittelten die Musiker auf der Bühne dann mit der „Greek Folk Song Suite“, die in drei Sätzen die landestypische Musik aus Griechenland präsentierte. Mit der „Salty Salsa“ legte dasOrchester danach einen kurzen Zwischenstopp in Lateinamerika ein, bevor es mit der „Rumba of Love“ weiter nach Kuba ging. Hier glänzte Simone Hauß mit ihrem Altsaxophon als gefühlvolle Solistin. Gewohnt charmant erklärte Ansagerin Lana Matejka im Vorfeld die Bedeutung der Tänze für die jeweiligen Kulturen. Den Abschluss des ersten Programmteiles bildete ein Marsch aus Japan namens „Kokiriko alla Marcia“. Eingängige japanische Melodien vermischten sich hierbei mit auf traditionellen landestypischen Handklapper- und Ratsch-Instrumenten gespielten Rhythmen.

Persönliche Worte des Dirigenten

Nach dem Part der Leutesheimer Musiker überraschte Dieter Baran das Publikum sowie die Musiker selbst mit sehr persönlichen Worten an Helmut Gerhardt - mit 80 Jahren immer noch am Bass aktiv - welcher ihn 1976 als damaliger Vorstand und auf der Suche nach einem Dirigenten nach Leutesheim geholt hatte. Beide haben in den letzten 40 Jahren gemeinsam viel erlebt, wie er augenzwinkernd betonte.

Nach der Pause nahm dann der eingeladene Gastverein aus Seelbach auf der Bühne Platz. Dirigent Christian Sade ließ seine über 50 Musiker zunächst mit klassischen Stücken beginnen. Auf die „Fanfare pour précéder la Péri“ von Paul Ducas folgte der weltbekannte Kaiserwalzer von Johann Strauss Jr. Einen Hauch altenglisches Flair brachte „The Earl of Oxford’s March“ unter die Zuhörer, bevor Johannes Gruber auf seiner Klarinette die legendären Jazzpassagen von Benni Goodman im gleichnamigen Stück zum Besten gab. Mit dem flotten „Cantaloop“ von Herbie Hancock verabschiedeten sich das Seelbacher Orchester vom Leutesheimer Publikum, welches die Musiker aber erst nach zwei Zugaben von der Bühne ließ.

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